Joseph Roths erster Roman beschreibt den unaufhaltsamen Aufstieg der Faschisten im Deutschland der 1920er Jahre. Ein ressentimentgetriebener Kleinbürger, der nur an das eigene Emporkommen glaubt, wird zur Schlüsselfigur einer Epoche.
Als enttäuschter Kriegsheimkehrer findet sich Theodor Lohse nicht mehr zurecht. Zerbrochen sind seine Träume von militärischem Triumph und seine Hoffnungen auf eine herausragende gesellschaftliche Bedeutung. Stattdessen lebt er in ärmlichen Verhältnissen als Hauslehrer bei einem reichen jüdischen Juwelier. Sein Ehrgeiz treibt ihn schnell in die Arme einer rechtsradikalen Geheimorganisation, für die er als Spitzel arbeitet. Endlich wieder einer klaren Führung verpflichtet, geht er über Leichen, um seine Aufgaben zu erfüllen - übereifrig, getrieben von der Angst vor der eigenen Unzulänglichkeit und Kleinheit. Einzig entscheidend ist, auf der Seite der Gewinner zu stehen.
Das Spinnennetz erschien als Fortsetzungsroman vom 7.Oktober bis 6. November 1923 in der Wiener Arbeiterzeitung und nahm damit die Ereignisse des Hitlerputsches, der sich nur wenige Tage nach dem letzten Abdruck ereignete, auf prophetische Weise vorweg.
Ursendung: 27.05.2012
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